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Abenteuer Kilimandscharo Teil II

Abenteuer Kilimandscharo
Foto: privat

Da fast die Hälfte aller Kilimandscharo-Touristen wegen ungenügender Akklimatisation am Gipfelsieg scheitert, setzt unser Reiseveranstalter berechtigterweise auf eine bestmögliche Höhenanpassung.

Somit stand für die ersten vier Tage die Besteigung des 4566m hohen Mount Merus (5. höchster Gipfel Afrikas) an. Morgens wurden wir von unserer Trägermannschaft unter Leitung des Führers Ben mit einem Zubringerbus im Hotel abgeholt. Meine Frage an ihn, ob er schon öfter Diabetiker zum Gipfel des Kilimandscharo geführt hätte, beantwortete er mit einem klaren „Ja“ und der Bemerkung „Das sind doch die, die immer wieder stehenbleiben, um ständig zu essen“.

Dank der, von der Nationalparkverwaltung verpflichtend vorgeschriebenen Trägermannschaft, mussten wir, außer unseren Tagesrucksäcken mit Getränk und Tagesverpflegung, unsere restliche Ausrüstung nie selbst tragen.

Durch den Arusha Nationalpark wanderten wir nach erster Übernachtung auf den Mirakamba Hütten (2514m) weiter zur Saddle Hut (3570m). Um der Empfehlung „steige 300 Meter höher als Du schläfst“ gerecht zu werden, bestiegen wir abends noch schnell den Little Meru (3820m). Um den Mount Meru zu erreichen, starteten wir bereits um Mitternacht. Ein technisch leichter aber anstrengender Anstieg führte uns in 6-7 Stunden auf den Gipfel des Mount Meru (4566m), Luftlinie ca. 50 km vom Kilimandscharo entfernt.

Der Abstieg erfolgte wieder zurück zur Saddle Hut, in der wir, zur besseren Akklimatisation, nochmals eine Nacht verbrachten.

Basalrateneinstellung
Aus Angst vor Unterzuckerungen und zur Vorbeugung des Muskelauffülleffekts hatte ich zunächst meine Basalrate ganztägig pauschal um 0,1 reduziert und zusätzlich eine temporäre Basalratenreduzierung auf 30% vorgenommen. Da wir jedoch, wie eigentlich auf der gesamten Tour, zur besseren Höhenanpassung sehr langsam marschierten, zeigte sich aufgrund meiner sehr hohen Blutzuckerwerte sehr rasch, daß dies für mich die falsche Methode war. Ich stellte alles wieder auf Normalwerte zurück und beließ es so bis zum Ende der gesamten Tour. Die Verpflegung durch unseren tansanischen Koch und die Trägermannschaft war allzeit perfekt. Dank Frühstück mit Porridge, Omelette und Toast, mittags ein Lunchpaket mit Hähnchen, Toast und Obst und schließlich abends ein warmes Menü mit Suppe, Fleisch, Nudeln, Obst ließen meinen Bedarf nach Not-BE nahezu auf Null sinken.Meinen Blutzucker hatte ich Dank Sensor und der Kontrolle durch das Accu-Chek Mobile immer im Blick. Alle Geräte und Insulinreserven bewahrte ich zur gleichmäßigen Temperierung immer in Körpernähe oder im Schlafsack auf.

Kleine Herausforderungen
Leider überraschte mich in der Nacht eine akute Durchfallattacke, die ich jedoch mit massiver Medikamenteneinnahme in Kürze wieder stoppen konnte. Offensichtlich war aber nicht der gesamte Infekt gestoppt, da ich in den folgenden Tagen, trotz steter Bewegung, immer mit erhöhten Blutzuckerwerten und Appetitlosigkeit zu kämpfen hatte. Auch das Trinken größerer Mengen Tee, was mit zunehmender Höhe zur Vermeidung der Höhenkrankheit sehr wichtig ist, fiel mir extrem schwer. Ich musste immer wieder Flüssigkeit mühsam in kleinen Schlucken zu mir nehmen. Die positive Folge dieses Infekts war aber, daß ich zu keiner Zeit mit Unterzuckerungen, wie ich sie aus Bergtouren in unseren Allgäuer Bergen sehr gut kenne, zu kämpfen hatte.

So erreichten wir mittags nach einer vierstündigen Busfahrt unseren Ausgangspunkt Umbwe-Gate. Unser Organisator wählte bewusst die Umbwe-Route, die zwar einerseits als die schwierigste Aufstiegsroute zählt, dadurch jedoch andererseits sehr wenig begangen wird (ca. 1,4% der Besteigungen pro Jahr) und als landschaftlich reizvollste Route gilt. Nach 6 Stunden Fußmarsch und 1000 Höhenmetern erreichten wir in der Abenddämmerung das Umbwe-Camp (2800m). Unsere Trägermannschaft hatte bereits Küchenzelt, Aufenthaltszelt und unsere Übernachtungszelte auf der beengten Fläche mitten im Regenwald aufgestellt.

Fortsetzung folgt...

Kategorie: Reisen & Unterwegs

Schlagwörter: Reisen mit Diabetes

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