Zurück

Diabetes-Erschöpfung

Diabetes-Erschöpfung
© Dušan Zidar - Fotolia.com

Es ist 02.30 Uhr, mitten in der Nacht und ich befinde mich im Halbschlaf, in dem ich schon wieder vergessen habe, dass es einen Grund gab, wegen dem ich wach wurde. Nachdem mein Glucosesensor um 01:30 Uhr zum ersten Mal eine Hypoglykämie gemeldet hatte,tippe ich alle 15 Minuten den Alarm weg, um weiterschlafen zu können. Das ist unvernünftig und ich sollte das nicht tun. In dem Moment, in dem ich beschließe, die Warnung, die inzwischen „unter 40 mg/dl“ anzeigt, ernstzunehmen, spüre ich schlagartig sämtliche „Hypo“-Symptome. Ich fange an, Traubenzucker zu essen. Und dabei will ich doch nur schlafen.

Solche Momente haben Menschen ohne Symptome nicht auf dem Schirm – wie auch, wenn sie damit nie konfrontiert sind. Auch ich selbst dachte bei meiner Diagnose nicht wirklich über die Aufgaben nach, die mir mein Blutzucker in den folgenden Jahren in so mancher Nacht stellen würde. Es macht mich traurig. Ich weiß, dass ich mit unruhigen Diabetes-Nächten nicht alleine dastehe und durch meine Therapieform (Insulinpumpe und Glucosesensor) befinde ich mich sowieso bereits in einer guten Ausgangssituation. Aber solche Situationen geben mir das Gefühl, hilflos und machtlos zu sein.

Objektiv gesehen, müsste ich mich doch einfach nur zusammenreißen: Sobald der Alarm kommt, Augen auf, Griff zum Traubenzucker, rein in den Mund damit, noch ein Bissen vom Müsliriegel hinterher, kurz warten, Augen wieder zu und es könnte so sein, als wäre nichts gewesen.

Es gibt doch dieses Phänomen, das wohl die meisten kennen: Nachts fühlt sich alles irgendwie schlimmer an. Sofern man nicht schläft, kreisen die Gedanken doppelt so schnell und die Sorgen fühlen sich schwerer an denn je. Irgendwie ist das die Stille und Dunkelheit, die keine Ablenkung zulässt und einen dadurch mit den unguten Gefühlen so alleine lässt. Am nächsten Morgen sind manche Dinge gar nicht mehr so dramatisch – genauso ist es bei mir, mit den nächtlichen Unterzuckerungen, die mir so extrem belastend vorkommen.

Kurze Zeit später, kann ich selbst nicht mehr nachvollziehen, warum ich es manchmal nicht hinbekomme, mich nachts einfach zu versorgen. Dann bin ich mir sicher, dass es beim nächsten Mal anders wird. Aber dann kommt doch wieder der Punkt, an dem die Erschöpfung das Ganze erschwert. Darum habe ich angefangen, für die Nächte vorzusorgen!

Wahrscheinlich (hoffentlich!) hat jede*r Mensch mit Diabetes „Hypo-Helfer“ am Bett und ich kenne auch einige, die es wie ich handhaben und sich eine extra Dose oder Schublade dafür einrichten. Ich habe meine Notfall-Box inzwischen einfach mit sämtlichen Lieblingssnacks ausgestattet, die ich nur für nächtliche Unterzuckerungen kaufe. So konnte ich mich ein bisschen selbst überlisten und meine Gedanken, wenn der Unterzucker-Alarm ertönt, von „Das ist ja alles so unfair - Diabetes ist so schrecklich“ zu „Es ist Zeit für die richtig leckeren Sachen – es gibt schlimmeres!“ zu steuern. Es klappt nicht immer, aber dennoch hat es meine Angst vor solchen Situationen in der Nacht deutlich verbessert.

Katharina Weirauch

Kategorie: Folgeerkrankungen

Schlagwörter: Diabetesrisiko | Folgeerkrankungen | Schlafstörungen

Junge Diabetiker sind zufrieden

Die Lebenschancen junger Menschen mit Typ-1-Diabetes hat eine niedersächsische Studie untersucht. 306 Diabetiker zwischen 18 und 30 Jahren wurden zu ihrer Gesundheit und

Die Lebenschancen junger Menschen mit Typ-1-Diabetes hat eine niedersächsische Studie untersucht. 306 Diabetiker zwischen 18 und 30 Jahren wurden zu ihrer Gesundheit und Diabetestherapie, zur Zufriedenheit mit der Behandlung sowie zu Ausbildung, Beruf, Partnerschaft, Lebenssituation und Wohlbefinden befragt.

mehr lesen...

Als Single leben mit Diabetes

In Deutschland leben immer mehr Menschen alleine. Laut Statistischem Bundesamt sind es etwa 17,1 Prozent der Bevölkerung.

In Deutschland leben immer mehr Menschen alleine. Laut Statistischem Bundesamt sind es etwa 17,1 Prozent der Bevölkerung.

mehr lesen...

Sinnvoll gegen Typ-1-Diabetes?

Gäbe es eine Impfung gegen Typ-1-Diabetes, die meisten Eltern würden sich sicherlich dafür entscheiden, ihr Kind impfen zu lassen. Noch ist dies leider keine Option, aber...

Gäbe es eine Impfung gegen Typ-1-Diabetes, die meisten Eltern würden sich sicherlich dafür entscheiden, ihr Kind impfen zu lassen. Noch ist dies leider keine Option, aber...

mehr lesen...