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Schwerbehindertenausweis – oder nicht?

Tipps für Eltern

Maksim Šmeljov - Fotolia.com

In der Tat würden sich die wenigsten Kinder mit Diabetes wohl als schwer behindert ansehen – und sind es auch nicht. Trotzdem sollte man den Gedanken an den Schwerbehindertenausweis nicht gleich von sich weisen. Der Gesetzgeber sieht ihn eher als „Nachteilsausgleich“ an, verbunden mit einer Reihe von Vorteilen:

  • Erhöhter Steuerfreibetrag für die Eltern, abhängig vom Grad der Behinderung, von bis zu derzeit € 3 700,00.
  • Finanzielle Unterstützung einer notwendigen Assistenz in Kindergarten und Schule (Eingliederungshilfe).
  • Kostenlose Beförderung mit Bus und Bahn.
  • Weitere Vergünstigungen für Freizeit und Kultur.

Für Jugendliche in der Ausbildung/Studium:

  • Steuervorteile können selbst genutzt werden.
  • Es besteht ein besonderer Kündigungsschutz.
  • Zusätzliche Urlaubstage werden gewährt.
  • Studienplätze/Studienwunschorte können unter Umständen bevorzugt in Anspruch genommen werden (mehr dazu auf: www.studentenwerke.de).

Kinder und Jugendliche, für die beim Versorgungsamt ein Schwerbehindertenausweis beantragt wird, erhalten in der Regel einen Grad der Behinderung (GdB) von 50. Zusätzlich wird ein „H“ für den Status „Hilflosigkeit“ eingetragen, der regelmäßig bis zum vollendeten 16. Lebensjahr (in Ausnahmefällen auch bis zum 18. Lebensjahr) zuerkannt wird. Nur in diesem Fall kann man von allen Vorteilen des Schwerbehindertenausweises profitieren.

Es gibt auch Nachteile

Die Entscheidung für einen Behindertenausweis kann man nicht mehr revidieren. Man kann lediglich den Grad der Behinderung auf Antrag später herabstufen lassen. Die Entscheidung will also gut überlegt sein.

  • Kinder und Jugendliche haben ihr ganzes Leben noch vor sich und könnten die „staatlich anerkannte Behinderung“ später als Last empfinden.
  • Ein solcher Ausweis kann das Selbstwertgefühl belasten, auch wenn man eigentlich voll leistungsfähig ist.
  • Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz bzw. einer Arbeitsstelle kann es durchaus zum Nachteil werden, als schwer behindert eingestuft zu sein.

Kategorie: Kinder & Jugendliche

Schlagwörter: Kinder | Schwerbehindertenausweis

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