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Tipps gegen Durchhänger im Diabetes-Management

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Bei der Diabetes-Therapie spielt der eigene Einsatz eine große Rolle: Wer regelmäßig seinen Blutzucker misst, Insulin spritzt oder über die Pumpe abgibt und vielleicht sogar Kohlenhydrate abwiegt, der wird mit besseren Langzeitwerten belohnt. Doch jeder Diabetiker kennt wohl Phasen, in denen man ein Motivationstief hat oder fünf gerade sein lässt. Das ist erst einmal nicht bedenklich – solange man zum Engagement zurückfindet, sich wieder gewissenhafter um den Blutzucker zu kümmern. Jeder Lebensabschnitt birgt dabei eigene Herausforderungen. Jugendliche in der Pubertät sind oft mit anderen Dingen beschäftigt als ihrem Diabetes. Berufstätige leiden eher unter Zeitmangel und haben Schwierigkeiten, sich neben Arbeit, Familie und Haushalt auch noch gut um die Diabetes-Therapie zu kümmern. Und ältere Menschen empfinden die Behandlung vielleicht als beschwerlich oder können Arztbesuche nur mit großem Aufwand wahrnehmen. Ärzte, Psychologen und Diabetes-Experten wissen mittlerweile einiges darüber, wie solche Durchhänger entstehen – und wann es ratsam ist, sich professionelle Hilfe zu holen.

Mit dem Diabetes leben lernen
Anfangs ist die Diagnose Diabetes wohl für jeden ein Schock. Mit der Zeit lernen die meisten jedoch, sich mit der Krankheit zu arrangieren. Dabei ist es völlig normal, wenn gelegentlich negative Gefühle wie Ärger oder Traurigkeit wegen des Diabetes auftreten. Ungünstig ist aber, wenn man gegen sein Schicksal ankämpft und sich weigert zu akzeptieren, dass die Blutzuckermessung nun zum Alltag gehört. Manchmal steht der Akzeptanz nur die Idee im Weg, dass man sich stets hundertprozentig korrekt um den Diabetes kümmern müsste – und deshalb vielleicht gar nicht erst anfängt. Dabei ist eine nicht perfekte Einstellung immer noch besser als gar keine Anstrengung, die eigenen Werte im Blick zu behalten. In der Psychologie gibt es das Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiung, oder wissenschaftlicher ausgedrückt: der „Selbstwirksamkeitserwartung“. Studien zeigen tatsächlich: Wer es sich selbst zutraut, seine Therapieziele zu erreichen, wird dies mit größerer Wahrscheinlichkeit auch tun. Wenn Menschen prinzipiell glauben, dem Diabetes nicht gewachsen zu sein, sollte man ergründen, woher diese Annahme kommt. Gab es bereits Misserfolge in der Therapie oder vielleicht in ganz anderen Lebensbereichen? Um die Zuversicht in die eigenen Fähigkeiten zu verbessern, kann es hilfreich sein, sich zu vergegenwärtigen, was man bereits erfolgreich geleistet hat – sei es in der Diabetes-Therapie, bei der Arbeit oder in der Familie. Die Forschung zeigt allerdings auch: Gute Absichten reichen meist nicht aus. Das dürfte jeder kennen, der schon einmal gute Vorsätze fürs neue Jahr gefasst und diese kurz darauf wieder über Bord geworfen hat. Statt gleich den „großen Wurf “ zu versuchen, sollten Sie daher umfangreiche Vorhaben besser in kleine Teilschritte zerlegen, die sich einfach abarbeiten lassen. So hilft es wenig, sich „gesünder ernähren“ zu wollen. Besser nimmt man sich genau vor, was man beispielsweise zum Frühstück am nächsten Tag essen wird. Je exakter und besser geplant solche Vorhaben sind, desto wahrscheinlicher setzt man diese auch um.

Fortsetzung folgt...

Kategorie: Folgeerkrankungen

Schlagwörter: Akzeptanz | Depression | Folgeerkrankungen

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