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Mitten im Leben: Wechseljahre bei Typ-1-Diabetes

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Wenn eine Frau mit Typ-1-Diabetes und möglichen Wechseljahresbeschwerden in Prof. Dr. Kai Bühlings Privatpraxis in Hamburg-Blankenese kommt, macht der Gynäkologe zunächst dasselbe wie sonst auch: „Ich bitte die Patientin, einen Fragebogen auszufüllen. Darin wird sie aufgefordert, auf einer mehrstufigen Skala anzukreuzen, wie stark sie von typischen Wechseljahres-Symptomen betroffen ist.“ Der Mediziner hat sich auf Diabetes spezialisiert und in der Vergangenheit die Diabetes-Sprechstunde der Klinik für Geburtsmedizin der Charité geleitet. Im Klimakterium (Wechseljahre) beginnt der Körper, weniger Östrogene und weniger Progesteron zu produzieren. Die Folge können Hitzewallungen und Schlafstörungen sein, Erschöpfung, Reizbarkeit oder depressive Verstimmungen. Bühling hat in seiner Praxis im Laufe der Jahre zahlreiche Fragebögen ausgewertet. Seine Erfahrung: Typ-1-Diabetikerinnen leiden nicht mehr als andere Frauen unter Wechseljahresbeschwerden. Im Gegenteil: „Man könnte sogar mutmaßen, dass Typ-1-Diabetikerinnen besser mit der hormonellen Umstellung in der Lebensmitte zurecht kommen – weil die Schwelle, etwas als extrem unangenehm zu empfinden, möglicherweise auf einem höheren Level angesiedelt ist als bei Frauen ohne Diabetes.“

Symptome richtig zuordnen
Es kann aber schwierig sein, Symptome und allgemeine Befindlichkeitsstörungen eindeutig zuzuordnen. So ist es nicht ungewöhnlich, dass Typ-1-Diabetikerinnen auch bei einer Unterzuckerung zu schwitzen beginnen. „Deshalb müssen sie zunächst herausfinden: Woher kommt die Hitzewallung – von einer möglichen Hypoglykämie oder durch die Wechseljahre? Verstärkt das eine vielleicht das andere? Das ist immerhin möglich“, so Bühling. Der Arzt hat festgestellt, dass viele Frauen während der Wechseljahre intuitiv ihr Leben verändern. „Sie treiben mehr Sport, essen regelmäßiger und versuchen ausreichend zu schlafen. All das kann die Situation verbessern, und entsprechend empfehle ich solche Maßnahmen als erstes“. Sind die Beschwerden zu schlimm, ist eine Hormonersatztherapie möglich. Zu beachten ist, dass Typ-1-Diabetikerinnen eher unter Gefäßschädigungen leiden können. „Ich verschreibe dann ein Gel, und keine Tabletten. Denn durch die lokale Anwendung wird das Thrombose-Schlaganfall-Risiko nicht erhöht. Das könnte unter Umständen bei Tabletten der Fall sein“, so Bühling.

Weniger Schwankungen
Frauen mit einem unregelmäßigen Zyklus haben mitunter Schwierigkeiten, den Insulinbedarf richtig einzustellen. Denn die Insulinempfindlichkeit verändert sich je nach Hormonspiegel und unter Progesteron kann eine erhöhte Gabe nötig sein. „Weil es nach der letzten Blutung naturgemäß keine Schwankungen mehr gibt, geht es Typ-1-Diabetikerinnen nach der Menopause sogar besser“, macht Kai Bühling Frauen Mut, dem neuen Lebensabschnitt mit Gelassenheit zu begegnen.

Bewegung hilft
Sport gilt als Allzweckwaffe auch im Zusammenhang mit den Wechseljahren. Frauen, die Sport treiben, leiden seltener unter Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Auch Blutfettwerte und Herzleistung verbessern sich durch Bewegung. Dadurch sinkt das Risiko für Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose, von der vor allem Frauen in der zweiten Lebenshälfte betroffen sind.

Kategorie: Recht & Soziales

Schlagwörter: Klimakterium | Schlafstörungen | Wechseljahre

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