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Welcher Yogastil ist der Richtige für mich?

Auf einen Blick: Von traditionellen Stilen bis zu den neusten Trends

© iStock.com/Maksim Kamyshanskii

Wer mit sich und seinem Körper im Gleichgewicht ist, dem fällt vieles leichter. Auch der Umgang mit dem Diabetes. Langfristig kann eine regelmäßige Yoga-Praxis dabei helfen, den eigenen Körper besser kennenzulernen und zu spüren. Dadurch lassen sich die eigenen Bedürfnisse schneller wahrnehmen, was zu mehr Achtsamkeit führt. Dies ist gerade mit Diabetes von besonderer Bedeutung.

Yoga ist nicht gleich Yoga. Hatha, Ashtanga, Kundalini – es gibt vielfältige Begrifflichkeiten. Neben den traditionellen Formen seit den 1960er Jahren werden ständig neue Praktiken entwickelt, die nicht immer klar umrissen sind.

Körperübungen (Asanas), Atemkontrolle (Pranayama), Meditation und Entspannung sind in der Regel die Grundpfeiler, die in den einzelnen Stilen unterschiedlich gewichtet werden. Sie haben jedoch immer ein Ziel: Körper, Geist und Seele zu verbinden und einen Ausgleich zu schaffen. Mit Hilfe eines guten Yoga-Lehrers kann es gelingen, Übungen aus verschiedenen Formen auf die individuelle Befindlichkeit abzustimmen und – besonders wichtig – einen Blick für die eigenen Grenzen zu entwickeln. Wir haben für Sie einen Überblick über die derzeit bekanntesten bzw. innovativsten Yoga-Formen zusammengestellt.

 

Gut vorbereitet in die Asanas starten
Bewegung und Entspannung haben immer Einfluss auf den Blutzucker – wie dieser Einfluss sich jedoch bemerkbar macht, ist individuell verschieden. Wer eine neue Aktivität ausprobiert, sollte deshalb seine Werte im Blick behalten. Vor der Yoga-Stunde ist es ratsam, den Blutzucker zu messen. Bei besonders fordernden Formen wie Ashtanga und Bikram-Yoga sollten evtl. auch zwischendurch die Werte überprüft werden, so dass man beim nächsten Mal besser einschätzen kann, wie der Körper reagiert. Wer vor dem Yoga-Kurs noch ein paar langsam wirkende Kohlenhydrate zu sich nimmt – etwa eine Scheibe Vollkornbrot – kann Unterzuckerungen während der Stunde vermeiden. Sollte der Wert kurz vor der Yogaeinheit dennoch eher niedrig sein, können ein paar schnell wirkende Kohlenhydrate für Ausgleich sorgen. Für alle Fälle sollte man auf eine Hypoglykämie vorbereitet sein und den Yoga-Lehrer im Vorfeld über den Diabetes informieren.

 

Hatha-Yoga: Stärke und inneres Gleichgewicht finden
Die gegensätzlichen Sanskrit-Wörter „ha“ (Sonne) und „tha“ (Mond) verdeutlichen bereits, worum es geht: den Ausgleich zwischen Bewegung/Anstrengung und Ruhe/Entspannung. Dabei werden die Positionen (Asanas) mit Atemübungen (Pranayamas) und Entspannungsmomenten verbunden, Flexibilität und Stärkung des Körpers stehen im Vordergrund. Aus dem Hatha-Yoga haben sich viele andere Yoga-Stile entwickelt.

Für wen ist es geeignet? Hatha ist ideal für Anfänger, die sich mit den Grundlagen des Yoga vertraut machen möchten. Durch einen langsamen Wechsel von Halteübungen und Entspannungssequenzen wird Stress abgebaut, eine innere Balance geschaffen und der Energiefluss gestärkt.

Ashtanga-Yoga/Power-Yoga: Dynamisch die Grenzen austesten
In seinem Buch „Yoga Mala“ beschrieb Patthabi Jois 1960 erstmals die dynamische Yoga-Disziplin Ashtanga, die aus sechs Serien (Vinyasa Flows) besteht. Kennzeichnend ist der fließende Übergang einzelner Haltungen, dabei wird eine feste Anzahl von Positionen genau fünf Atemzüge lang gehalten. Auch die Reihenfolge ist festgelegt – anders als im von Bryan Kest entwickelten Power-Yoga, wo sie frei kombiniert werden können. Das Ziel ist es, an die eigenen Grenzen zu gehen – auch erfahrene Yogis kommen dabei ordentlich ins Schwitzen.

Für wen ist es geeignet? Ashtanga gilt als einer der herausfordernsten Yoga-Stile. Anfänger sollten unter Anleitung starten, da das Tempo hoch ist und zugleich viel Kraft und Konzentration verlangt werden. Damit der Blutzuckerspiegel nicht zu stark absinkt, ist es ratsam, ihn vor dem Yoga und zwischendurch häufiger zu überprüfen.

Kundalini-Yoga: Die Lebensenergie steigern
Geistige und spirituelle Aspekte in Verbindung mit dem Atmen stehen hier im Vordergrund. Atemführung, Bewegungsabläufe und Mantren (Meditationsworte und -gesänge) zielen darauf ab, die Lebensenergie (Kundalini) wieder ungehindert durch alle Chakren (verschiedene Energiezentren im Körper) fließen zu lassen und zugleich belebend und entspannend zu wirken.

Für wen ist es geeignet? Diese sanfte Form des Yogas eignet sich auch für Anfänger. Kundalini-Yoga wirkt ausgleichend und dynamisierend nicht nur auf den Körper, sondern vor allem auch auf das Gemüt.

Bikram-Yoga/Hot Yoga: Den Organismus befeuern und entgiften
Vom indischen Yogameister Bikram Choudhury entwickelt, umfasst Bikram eine Serie von 26 Yoga-Übungen (24 Asanas und 2 Atemübungen), die in einem ca. 40 Grad warmen Raum praktiziert werden. Muskel und Sehnen sollen durch die Wärme flexibler und vor Verletzungen geschützt werden, zugleich beschleunigt das Schwitzen die Entgiftung.

Für wen ist es geeignet? Wie beim Ashtanga-Yoga besteht Unterzuckerungs-Gefahr. Es empfiehlt sich, zwischendurch genug zu trinken und häufiger den Blutzucker zu kontrollieren, da Unterzuckerungs-Symptome wie Schwitzen und Herzjagen fälschlicherweise als Folge der Anstrengung und Wärme gedeutet werden können.

Iyengar-Yoga: Eine stabile innere Haltung gewinnen
Auf den Lehren von B.K.S Iyengar gründend, werden die Körper- und Atemübungen sehr langsam und konzentriert ausgeführt – der Schwerpunkt liegt auf der Ausrichtung des Körpers, die Asanas werden über einen längeren Zeitraum gehalten.

Für wen ist es geeignet? Anfänger können langsam in die Übungen einsteigen und die Haltezeit allmählich verlängern. Hilfsmittel wie Bänder und Klötze erleichtern anfangs die Ausführung der Übungen.

Aerial Yoga: Schwerelos eine neue Balance erreichen
Bei diesem um die Jahrtausendwende von Artisten in den USA entwickelten Yoga werden die Übungen in die Luft verlegt – man hängt in einem trapezförmigen Tuch. Durch das Ausbalancieren in der Luft wird die Körpermitte gestärkt, Bewegungen, die am Boden schwerfallen, können oft leichter gemeistert werden – und durch den Druck des Tuchs werden auch die Faszien, Teile des Bindegewebes bearbeitet.

Für wen ist es geeignet? Das Schweben in der Luft kostet anfangs etwas Überwindung, doch Aerial Yoga gilt als effektiver Stresslöser und wirkt nicht nur harmonisierend auf Körper und Geist, sondern auch auf das Lymphsystem.

Yin Yoga: Loslassen und in die Entspannung kommen
Bei den lange gehaltenen Asanas soll sich der Körper vollständig in die Haltung hineinbegeben, um den Geist zu fokussieren und langsam in die Entspannung zu kommen. Die behutsam ausgeführten Übungen sollen die Faszien bzw. das Bindegewebe dehnen. Ins Schwitzen kommt man dabei in aller Regel nicht, dafür wird die Achtsamkeit gegenüber der eigenen Befindlichkeit geschult.

Für wen ist es geeignet? Für sehr aktive Menschen, denen es schwer fällt, sich auf sich selbst zu konzentrieren und im Alltag herunterzufahren.

Viniyoga: Auf individuelle Bedürfnisse und Beschwerden eingehen
Zwischen Lehrer und Schüler, die in der Regel zu zweit arbeiten, werden die Asanas auf die Lebenssituation und die Gesundheit des Schülers abgestimmt; dabei wird vorausgesetzt, dass der Lehrer die Wirkung jeder Übung auf den Organismus kennt und sie gezielt einsetzt, um den körperlichen und/oder seelischen Gesundheitszustand zu beeinflussen. Ein Schwerpunkt liegt in der von T. Krishnamacharya entwickelten Praxis auf der Verbindung von Meditation und speziellen Atemtechniken.

Für wen ist es geeignet? Für alle, die eine maßgeschneiderte Behandlung bestimmter Beschwerden als Unterstützung zu anderen Therapien suchen. Ein enges, offenes Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler ist die Basis.

Hormon-Yoga: Körpereigene Kräfte anregen
Der von der Brasilianerin Dinah Rodriguez zunächst für Frauen in den Wechseljahren entwickelte Zyklus aus dynamischen Yogafolgen, Atemübungen, tibetischen Energetisierungstechniken und meditativen Elementen, soll das weibliche Drüsen- und Hormonsystem anregen, Hormonstörungen ausgleichen und Wechseljahrsbeschwerden abmildern. Aber auch für Diabetiker hat Dinah Rodriguez Übungsfolgen entwickelt, die die Bauchspeicheldrüse, die Schilddrüse, die Nebennieren, die Hypophyse und die Leber anregen sollen.

Für wen ist es geeignet? Frauen ab 35; Menschen mit hormonellen Störungen, die eine unterstützende Begleitung für konventionelle Therapien suchen.

Kategorie: Sport

Schlagwörter: Aktivität | Sport | Therapieanpassung | Yoga

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