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Vitamine: Können Pillen eine gesunde Ernährung ersetzen?

© Tomo Jesenicnik - Fotolia.com

Deutschland ist kein Vitaminmangelland. Zu diesem Schluss kamen Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) im vergangenen Jahr, nachdem sie eingehend die Datenlage zur Vitaminversorgung der Bevölkerung geprüft hatten. Trotzdem kaufen die Deutschen fleißig Nahrungsergänzungspräparate, in der Hoffnung, ihrem Organismus mit der Extraportion Vitamine und Mineralstoffe etwas Gutes zu tun. Dabei ist die bunte Pille fürs gute Gewissen überflüssig, sagt Prof. Dr. Helmut Heseker, Präsident der DGE. Zudem lassen sich Ernährungsfehler damit nicht ausgleichen.

Nur Obst und Gemüse schützen
Nahrungsergänzungspräparate sind kein Ersatz für Obst und Gemüse, so die Experten der DGE. An das Original reichen die Nachahmer nicht heran. Während Pillen nur isolierte Nähr- und Pflanzeninhaltsstoffe aufweisen, enthält Obst und Gemüse alle Wirkstoffe in ihrer ursprünglichen Form. Das macht den Unterschied: Nur durch den Verzehr von Obst und Gemüse lässt sich das Risiko für Bluthochdruck, Herzerkrankungen und Schlaganfall maßgeblich senken. Einen vergleichbaren Effekt haben Nahrungsergänzungspräparate nicht, wie zahlreiche Studien gezeigt haben. Wer hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, zum Beispiel mit Antioxidanzien wie Vitamin A oder Selen, der kann sich damit sogar unbewusst schaden. Dazu sollte man wissen: Viele Lebensmittel sind heute schon mit zusätzlichen Vitaminen und Mineralstoffen angereichert, wie ein Blick auf die Verpackung zeigt. Dies kann insgesamt zu einer Überdosierung führen, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, zum Beispiel bei Antioxidanzien.

In Ausnahmen empfohlen
Es gibt allerdings Situationen, in denen die Einnahme von Nahrungsergänzungspräparaten von den Experten durchaus empfohlen wird: Wer sich einseitig ernährt, zum Beispiel im Rahmen einer Diät, oder nur sehr wenig Nahrung zu sich nehmen kann, zum Beispiel im Rahmen einer Chemotherapie, der sollte darauf zurückgreifen. Auch starke Raucher und alkoholabhängige Menschen gehören zur Zielgruppe, ebenso Menschen mit einer chronischen Erkrankung des Verdauungstraktes, zum Beispiel Gastritis. Für Schwangere sind speziell Jod und Eisen wichtig.

Kategorie: Ernährungsweisen

Schlagwörter: Gesunde Ernährung | Mineralstoffe | Nahrungsergänzung | Nährwerte | Vitamine

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