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Diabetes und Zöliakie Teil II

© iStock.com/MarsBars

Experte: Dr. Astrid Tombek, Leiterin der Diabetes- und Ernährungsberatung in der Diabetes Klinik Bad Mergentheim

Die durch Zöliakie gestörte Darmschleimhaut kann die Kohlenhydrate aus der Nahrung nicht so gut aufnehmen. Bis die Schleimhaut sich erholt hat, kann die glutenfreie Diät sich auf die diabetische Stoffwechsellage auswirken. Diabetiker müssen wissen, dass glutenfreie Lebensmittel den Blutzucker schneller ansteigen lassen. Wer sich glutenfrei ernährt, reduziert meist auch den Vollkornkonsum. Ballaststoffe aus Vollkornprodukten aber sind wichtige Bestandteile für die Darmflora und sorgen für einen langsamen Blutzuckeranstieg. „Es ist daher wichtig“, so Dr. Tombek, „eine ausreichende Ballaststoffzufuhr über Gemüse sicherzustellen“. Auch Nüsse sind gute Nährstofflieferanten und inzwischen weiß man, dass Hafer gut vertragen wird. „Allerdings“, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin, „muss darauf geachtet werden, dass der Hafer wirklich glutenfrei ist.“ Dabei spielt vor allem das Anbaugebiet eine Rolle. Das Haferfeld darf nicht an ein Weizenfeld grenzen. Denn: Schon kleinste Mengen haben Folgen und können den Krankheitsprozess wieder ankurbeln. Die Ernährungsumstellung und strikte Trennung von Lebensmitteln mit und ohne Gluten kann den Alltag in einer Familie zunächst gewaltig auf den Kopf stellen. Hilfreiche Unterstützung bietet die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft (DZG). Neben umfassendem Informationsmaterial erhalten Mitglieder unter anderem die aktuelle „Aufstellung glutenfreier Lebens- und Arzneimittel“, die Mitgliederzeitung und eine umfangreiche Rezeptsammlung. Hilfreich ist auch der Kurund Ferienführer mit Restaurants und Hotels, die glutenfreie Kost anbieten. Und wer viel unterwegs ist, wird die „Bitte an den Koch“ in vielen Sprachen sowie den Zöliakie- Pass zu schätzen wissen. Die DZG findet man hier: www.dzg-online.de.

Glutenfrei als Trend?
Den Trend zur glutenfreien Ernährung ohne jede Grundlage kann Dr. Astrid Tombek nicht nachvollziehen. „Das ist unsinnig und kann sich sogar kontraproduktiv auswirken.“ Der Verzicht auf Vollkornprodukte kann für die Darmgesundheit von Nachteil sein. Wer das Gefühl habe, dass es ohne Gluten besser gehe, sollte eine Woche lang ein lückenloses Protokoll führen. Bestenfalls lässt man sich dabei durch eine Ernährungsberatung begleiten.

Erhöhter finanzieller Aufwand
Ein weiteres Argument, das gegen glutenfreie Ernährung ohne Diagnose spricht, ist der Preis: Glutenfreie Lebensmittel sind teurer. Die DZG fordert daher eine höhere finanzielle Unterstützung für sozial schwächere Zöliakiebetroffene.

Kategorie: Ernährungsweisen

Schlagwörter: Glutenfrei | glutenfreie Produkte

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