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Glutenunverträglichkeit? Diabetes und Zöliakie

Agenturfoto. Mit Models gestellt. ©iStock.com/AzmanJaka

Experte: Dr. Astrid Tombek, Leiterin der Diabetes- und Ernährungsberatung in der Diabetes Klinik Bad Mergentheim

Ohne Gluten und ohne Laktose, fruktosearm oder frei von Weizen. In jedem gut sortierten Supermarkt gibt es inzwischen reich gefüllte Regale mit Produkten, die auf bestimmte Inhaltsstoffe verzichten. Für Menschen mit einer diagnostizierten Unverträglichkeit wie der Zöliakie ist das eine wichtige Sache. Etwa 0,28 bis 0,5 Prozent der deutschen Bevölkerung leben, unterschiedlichen Studien zufolge, mit einer Form der Zöliakie. Obgleich die Zahlen in Deutschland unter dem europäischen Durchschnitt liegen, gibt es hierzulande einen der größten europäischen Märkte für glutenfreie Kost. Denn das Erscheinen und die Häufigkeit der Krankheit steigt von Jahr zu Jahr an.

Typ-1-Diabetes und Zöliakie
Diabetes mellitus und Zöliakie sind assoziiert. Das heißt, dass beide Erkrankungen dazu neigen, gemeinsam aufzutreten. „Die Wahrscheinlichkeit, eine Zöliakie zu entwickeln, ist bei Typ-1-Diabetikern doppelt so hoch wie bei Menschen ohne die Stoffwechselerkrankung“, sagt Dr. Astrid Tombek. Grundsätzlich, so die Ernährungswissenschaftlerin, hätten Menschen mit einer Autoimmunerkrankung ein um 70 Prozent erhöhtes Risiko, eine weitere Autoimmunerkrankung zu entwickeln.

Was ist Zöliakie?
Die Zöliakie ist, wie der Diabetes auch, eine Autoimmunerkrankung. Dabei stellt die Intoleranz auf Gluten – einem Klebereiweiß im Getreide – das zentrale Merkmal der Erkrankung dar. Die Ursache der Krankheitsentstehung ist noch nicht eindeutig geklärt. Die Aufnahme von Gluten löst bei Betroffenen eine Entzündungsreaktion an der Dünndarmschleimhaut aus. Dadurch können Nährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe nicht mehr aufgenommen werden. Zu den möglichen Folgen gehören Stoffwechselentgleisungen und Wachstumsstörungen bei Kindern.

Symptome und Diagnose
Die Diagnose einer Zöliakie ist komplex und mitunter langwierig. Denn zu den häufigsten Symptomen gehören eher unspezifische Beschwerden, die in Verbindung mit der Darmfunktion stehen: so zum Beispiel Bauchschmerzen und Übelkeit, Durchfall und Blähungen. Typ-1-Diabetiker, die immer wieder darunter leiden und gleichzeitig stark schwankende Blutzuckerwerte aufweisen, sollten sich auf Zöliakie untersuchen lassen. Nach einer Antikörpermessung im Blut erfolgt in der Regel eine Dünndarmbiopsie. Bei sehr kleinen Kindern ist inzwischen meist auch der Autoantikörpertest im Blut in Verbindung mit einer Genanalyse ausreichend. 100-prozentige Gewissheit aber liefert nur die Gewebeprobe. Bestätigt sich die Diagnose, dann wird eine Ernährungsumstellung erforderlich. Damit verbunden ist der konsequente Verzicht auf alle glutenhaltigen Nahrungsmittel. Eine qualifizierte Ernährungsberatung ist gerade am Anfang Teil der Behandlung und hilft beim Erlernen und Einhalten der Diät.

Fortsetzung folgt...

Kategorie: Ernährungsweisen

Schlagwörter: Glutenfrei | glutenfreie Produkte

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