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Nährwertangaben: (K)ein einheitliches europäisches Label?

(K)ein einheitliches europäisches Label?
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Während die fünfstufige Lebensmittelkennzeichnung bereits in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und demnächst auch in Spanien, Portugal, Luxemburg und der Schweiz für Transparenz sorgt, regte sich hierzulande Kritik an einem deutschen Sonderweg. Der bisher angegebene Gehalt an Energie, Fett, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz, zu dem eine EUVerordnung die Hersteller verpflichtet, ist nicht nur schlecht lesbar, sondern für viele Verbraucher auch schwer nachzuvollziehen. Verbraucherschützer, Ärzte und Verbände – darunter auch die DDG – fordern daher seit langem eine leicht verständliche und intuitive Ampel-Kennzeichnung. Als solche war der Nutri-Score in vielen Umfragen und Studien bereits bewertet worden. Dennoch hatten sowohl das Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) als auch der BLL ein eigenes Modell entwickeln lassen. Mit der Erstellung für das Ministerium wurde das Max-Rubner- Institut (MRI) beauftragt, obgleich selbiges den Nutri-Score bereits positiv beurteilt hatte. In einer Umfrage ließ Bundesernährungsministerin Julia Klöckner rund 1 600 Verbraucher entscheiden, welches von vier verschiedenen Systemen am besten geeignet sei. Neben dem Nutri-Score und den beiden vom MRI und BLL entworfenenen Vorschlägen war außerdem das skandinavische Keyhole-Modell mit im Rennen. Hierbei handelt es sich um ein Schlüsselloch- Symbol, dass nur solche Lebensmittel kennzeichnet, die fett-, zucker- und salzarm sowie ballaststoffreich sind – also eine reine Positivkennzeichnung.

Das Ergebnis
Seit dem 30. September steht das Ergebnis fest: „Als erweitertes Nährwertkennzeichen für Deutschland“, so Julia Klöckner, „will ich den Nutri-Score einführen.“ Mit der durchgeführten wissenschaftlichen Analyse und Verbraucherforschung gebe es nun eine belastbare und verlässliche Datengrundlage. Für den deutschen Markt werde sie zeitnah die rechtliche Grundlage für die Verwendung des Nutri-Score schaffen und den Kollegen des Kabinetts zur Zustimmung vorlegen, so die Ministerin. Neben der Nutri-Score-Kennzeichnung auf der Vorderseite werden weiterhin die Nährwerttabelle sowie die Zutatenliste verfügbar sein.

Das Thema ist nicht neu
„Wir diskutieren seit Jahrzehnten über eine vernünftige Kennzeichnung“, sagt Professor Hans Hauner und ergänzt: „bislang hat die Lobby der Nahrungsmittelindustrie sich erfolgreich dagegen gewehrt.“ Hauner ist ärztlicher Direktor des Else-Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin der TU München und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Diabetes Stiftung. Für eine öffentliche Anhörung in einer Sitzung des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft hat er kürzlich eine Stellungnahme formuliert, die man auf der Website des Bundestages (www.bundestag.de) lesen kann. Die durchschnittliche Ernährung der deutschen Bevölkerung, sagt Hauner, sei zu kalorienreich, enthalte insbesondere zu viel Fett, Zucker und Salz, aber wenig gesundheitsförderliche Ballaststoffe. Gleichzeitig, so der Ernährungsmediziner, sei der menschliche Organismus aufgrund seiner Evolution nicht in der Lage, sich selbst vor dem Überfluss zu schützen. Insbesondere nicht vor dem, was Hauner als „Toxic Food Environment“ – also als giftige Lebensmittelumgebung – beschreibt.

Kategorie: Nährwerte berechnen

Schlagwörter: Lebensmittel | Nährwertangabe | Unterwegs

Diabetes & Ernährung

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