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Pflege für die Kinderhaut: Was die Hautärztin empfiehlt

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Dr. Rebekka Salgo ist Kinderdermatologin mit Praxis in Frankfurt. (www.kinderhautarzt-frankfurt.de)

ff: Frau Dr. Salgo, welche besonderen Hautprobleme haben Ihre kleinen Patienten mit Diabetes?
Dr. Salgo: Hautprobleme bei Erwachsenen hängen meist mit der Diabetesdauer zusammen. Wenn Nierenerkrankungen oder eine Polyneuropathie als Folgeerkrankung auftreten, dann wirkt sich das auch auf die Haut aus. Bei Nierenerkrankungen kommt es beispielsweise zu einem starken Juckreiz. Kinder mit Diabetes haben diese Probleme noch nicht, weil bei ihnen altersbedingt Spätkomplikationen selten sind. Sie leiden eher unter Hauttrockenheit und haben gehäuft Infektionen. Weil Feuchtigkeit fehlt, können Bakterien leichter eindringen und der Haut schaden.

ff: Was lässt sich bei Kindern gegen trockene Haut tun? Gibt es spezielle Pflegesubstanzen, die empfehlenswert sind?
Dr. Salgo: Da helfen pflegende Cremes, gerne als Wasser-in-Öl-Emulsion. Harnstoff (Urea) ist zwar ein guter Feuchthaltefaktor, kann aber auf der empfindlichen Kinderhaut brennen. Für Kinder unter drei Jahren ist Harnstoff daher nicht zu empfehlen. Bei älteren Kindern kann man Cremes mit Harnstoff verwenden, sollte aber erst einmal an einer kleinen Stelle ausprobieren, wie die Haut reagiert. Wenn Harnstoff nicht vertragen wird, sollte man ihn weglassen. Eine gute Alternative sind Cremes mit Glycerin, ebenfalls ein guter Feuchthaltefaktor.

ff: Harnstoff gibt es in verschiedenen Konzentrationen. Gelten hier Einschränkungen für Kinder?
Dr. Salgo: Jüngere Kinder vertragen meist keine Konzentrationen über 3 %, das ist aber individuell verschieden und kann über die beschriebene Verträglichkeitsprüfung herausgefunden werden. Konzentrationen über 10 % bringen je nach pharmakologischer Verarbeitung auch bei Erwachsenen meist keinen weiteren therapeutischen Nutzen.

ff: Was empfehlen Sie Ihren kleinen Patienten mit Diabetes noch?
Dr. Salgo: Rückfettende Badezusätze sind gut, wobei man nicht zu häufig und zu lange baden sollte, denn das trocknet die Haut aus. Wenn Kinder bereits Ekzeme entwickelt haben, können mineralische Sonnenschutzfilter die Haut weiter austrocknen, so dass hier in Abhängigkeit des Alters des Kindes eher chemische Lichtschutzsysteme zu empfehlen sind.

Kategorie: Pflege

Schlagwörter: Hautpflege | Hautschutz | Kinder

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