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Zwei Insuline für die Mahlzeiten?

Experten antworten

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Dr. med. Ulrich Wendisch ist niedergelassener Diabetologe (DDG) im Diabeteszentrum Hamburg-West

Wann ist bei einer ICT die Verwendung von zwei verschiedenen kurz wirksamen Insulinen empfehlenswert?

Dr. Wendisch: Theoretisch besteht die Möglichkeit, verschiedene kurz wirksame Insuline bzw. Bolus- oder Mahlzeiteninsuline vor den Mahlzeiten zu injizieren. Das heißt, ein kurz wirksames Insulinanalogon (wie Humalog®, NovoRapid® oder Apidra®) oder ein Normalinsulin (Actrapid ®, Insuman Rapid®, Huminsulin Normal ® oder Berlinsulin Normal®), was etwas länger wirkt. So könnte man das kurz wirksame Insulinanalogon benutzen, um eine Mahlzeit mit einem hohen glykämischen Index bzw. eine Mahlzeit mit fast nur Kohlenhydraten abzudecken oder um einen hohen Blutzuckerwert rasch zu korrigieren. Eine Mahlzeit, bei der die Kohlenhydrate zusammen mit Fett oder Eiweiß oder Ballaststoffen eingenommen werden, die also einen langsameren, geringeren und längeren Blutzuckeranstieg bewirkt, könnte man dagegen mit dem langsamer und länger wirkenden Normalinsulin abdecken. Dies hätte auch den Vorteil, dass man zum Beispiel eine kleine Zwischenmahlzeit wie einen Apfel nicht extra mit einem Insulinbolus abdecken muss. Das kurz wirksame Insulinanalogon könnte wiederum aufgrund seiner schnelleren Anflutung gegebenenfalls auch erst nach dem Essen gespritzt werden, was ein Vorteil bei kleinen Kindern sein kann oder bei Menschen, die bei Beginn der Mahlzeit nicht wissen, wie viel sie tatsächlich essen. Ich halte aber die Vorteile einer solchen Lösung für so gering und die Nachteile wie das mögliche Verwechseln der Insuline für so groß, dass ich so etwas nicht empfehle. Die theoretischen Vorteile würde man bei den Messungen des HbA1c-Wertes wahrscheinlich gar nicht feststellen können.

Kategorie: Experten-Tipps

Schlagwörter: Bolusinsulin | Insuline | Insulininjektion | Insulinpens | Mahlzeiten

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