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Insulininjektion: Wechseln ist wichtig

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Für Diabetiker, die Insulin benötigen, gehört die Injektion zum Alltag und verursacht im besten Fall weder Unwohlsein noch Schmerzen. Damit das auch über einen langen Zeitraum so bleibt, sollten die Einstichstellen regelmäßig variiert werden. Andernfalls kann es zu Lipohypertrophien kommen. Diese sind kleine Beulen, die durch Ansammlungen von Fettzellen unter der Haut entstehen, wenn das Insulin häufig in die gleiche Stelle gespritzt wird. Auch die mehrfache Verwendung derselben Pen-Nadel kann das Gewebe beschädigen und zu Wucherungen führen. Darüber hinaus besteht bei mehrfacher Verwendung ein erhöhtes Risiko für Infektionen an der Einstichstelle. Nicht zuletzt nutzt der Silikonfilm, der das Eindringen der Nadel erleichtert, bereits nach einmaliger Anwendung ab, die Nadel wird stumpf und nachfolgende Injektionen schmerzhafter. Viele Diabetiker haben ihre Lieblingsstellen für die Injektion. Eine Stelle, die gut erreichbar ist und an der ein Einstich kaum spürbar ist. Doch das, was zunächst als Vorteil erscheint, hat Nachteile für die Insulinwirkung und die Blutzuckereinstellung. Denn in den Fettgewebswucherungen kann sich das gespritzte Insulin nicht richtig verteilen, es wirkt nicht wie vorgesehen. In der Folge sind Blutzuckerschwankungen möglich, die sich auf den ersten Blick nicht erklären lassen. Besser ist es, wenn Lipohypertrophien gar nicht erst entstehen: durch den konsequenten Wechsel der Einstichstelle und der Pen-Nadeln.

Spritzschemata
Für den systematischen Wechsel der Spritzstelle gibt es es verschiedene Eselsbrücken, die bei der täglichen Routine helfen: Bei einem Rotationsmuster nach Wochentagen teilt man Bauch oder Oberschenkel nach diesen ein. Eine andere Möglichkeit ist eine Rotation nach vier Quadranten, die im Uhrzeigersinn aufgesucht werden. Der Abstand zwischen den Spritzstellen sollte mindestens zweieinhalb Zentimeter betragen. Ungefähr zwei Zentimeter rund um den Bauchnabel sollte man ebenfalls nicht spritzen. Hat man einen Knubbel entdeckt, gilt es, nicht hineinzuspritzen, genauso wenig wie in Narben oder Muttermale. Oft hilft es, auf die betreffende Stelle ein kleines Pflaster zu kleben oder diese mit einem wasserfesten Stift einzukreisen. Die Markierung signalisiert: „Hier nicht mehr“. Die kleinen Verhärtungen bilden sich meist von selbst zurück, wenn kein Insulin mehr in diese Stelle gespritzt wird. Grundsätzlich sind Bauch, Beine und das Gesäß richtige Orte für das Spritzen von Insulin. Bei Verzögerungsinsulin beziehungsweise Mischinsulin erfolgt die Aufnahme am Bauch schneller als am Oberschenkel und Gesäß. Wer in den Oberarm spritzen möchte, sollte dies vorher mit dem Diabetesteam üben, da die Gefahr besteht, den Muskel zu treffen.

Kategorie: Insulininjektion

Schlagwörter: Blutzuckerschwankung | Fehler bei Insulininjektion | Insulininjektion | Lipohypertrophie

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