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Bolusvarianten nutzen

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Verzögerter Bolus, verlängerter Bolus, Multiwave-, Dual- oder Combo-Bolus – dahinter steht der Gedanke, eine Bolusmenge nicht auf einmal, sondern zeitlich verzögert an den Körper abzugeben, um so die Insulinwirkung besser an den jeweiligen Insulinbedarf anzupassen und den Blutzuckerverlauf nach dem Essen zu verbessern. Wenn Sie Insulinanaloga verwenden, ist die richtige Boluswahl besonders wichtig. Die Wirkung tritt bei diesen schnell wirksamen Insulinen sofort ein und ist kürzer als bei Normalinsulin.

Hier lassen sich Bolusvarianten sinnvoll einsetzen:

A. Mahlzeiten mit hohem Fett- und Kohlenhydratanteil („Pizzabolus“)

Ausgangsproblem: Fett verzögert die Aufnahme der Kohlenhydrate ins Blut. Dadurch kommt es bei Mahlzeiten mit hohem Fettanteil, wie z. B. Pizza, Lasagne, Tiramisu oder Gyros mit Pommes Frites, zu einem verzögerten Anstieg des Blutzuckers. Das Gleiche gilt bei Mahlzeiten, die Hülsenfrüchte enthalten (z. B. Erbsen- oder Linseneintopf).

Würde man bei diesen Mahlzeiten die komplette Bolusmenge vor dem Essen auf einmal abgeben, käme es

  • nach ca. 1 - 1,5 Stunden zu einer Unterzuckerung, weil das Insulin bereits wirkt, während die Kohlenhydrate noch nicht im Blut angekommen sind (bei Verwendung eines schnell wirkenden Insulinanalogons);
  • nach ca. 4 - 5 Stunden zu einem starken Anstieg des Blutzuckers, weil nun die Kohlenhydrate wirken, das Insulin aber nicht mehr.

Die Lösung: Einsatz des verzögerten/verlängerten Bolus bzw. des Multiwave-, Dual- oder Combo-Bolus. Die Bolusvariante hängt vom Ausgangsblutzucker ab:

  • Der Blutzuckerwert ist vor der Mahlzeit im Normbereich. Verzögerten/verlängerten Bolus wählen. Hier wird der für die gesamte Mahlzeit benötigte Bolus in kleinen Mengen verteilt über einen gewählten Zeitraum abgegeben.
  • Der Blutzuckerwert ist vor der Mahlzeit erhöht und muss zunächst korrigiert werden. Multiwave-/Dual-/Combo-Bolus wählen. Hier gibt die Insulinpumpe zunächst eine Korrekturdosis ab, die den Blutzucker in den Normbereich senkt. Daran schließt sich die Abgabe des verzögerten/ verlängerten Bolus an. (Beispiel: Insgesamt 13 Einheiten, davon 3 sofort und 10 verzögert.)

B. Längere Mahlzeiten (Buffets, Mehrgänge-Menüs)

Ausgangsproblem: Wenn sich ein Essen bzw. Buffet über mehrere Stunden hinzieht, müsste zwischendurch immer wieder ein neuer Bolus abgegeben werden. Das ist lästig, weil man eigentlich den Anlass genießen möchte – ohne sich dauernd Gedanken über den Diabetes machen zu müssen.

Die Lösung: Auch hier empfehlen sich der verzögerte/verlängerte Bolus bzw. der Multiwave/Dual/Combo-Bolus (siehe auch A). Die gewählte Bolusmenge wird zunächst geschätzt. Stellt sich im Laufe des Essens heraus, dass der Bolus zu niedrig gewählt war, kann ein einmaliger Bolus nachgegeben werden. War der verzögerte/ verlängerte Bolus dagegen zu hoch gewählt, kann er jederzeit abgebrochen werden. Aber Vorsicht: Bitte dabei die Wirkdauer des Insulins beachten und nicht zu früh den Blutzuckerwert korrigieren.

Kategorie: Bolus

Schlagwörter: Bolusinsulin | Bolusvarianten | Insulinpumpen-Therapie | Pizzabolus | verzögerter Bolus

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