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Viel Fett, viel Eiweiß: Das lässt sich berechnen

Teil I

© Alexander Raths - Fotolia.com

„Kohlenhydrate berechnen ist schon anstrengend. Doch es geht noch schwieriger: mit Fett-Protein-Einheiten (FPE)“. Kathrin Rövenich, Diabetesberaterin am Krankenhaus Frankfurt-Sachsenhausen, macht mit einem Augenzwinkern schon zu Beginn der Veranstaltung klar, dass ihr Thema an diesem Abend schwer verdaulich sein wird. Der Schulungsraum im DiaExpert-Fachgeschäft Frankfurt ist trotzdem gut gefüllt, denn die Teilnehmer wollen es wissen: Kohlenhydrate? Dafür gibt es feste Regeln zur Berechnung. Fett und Eiweiß (Protein) dagegen, zum Beispiel in Salami, Pizza, Grillfleisch, Döner oder Hamburger, sind die großen Unbekannten. Jeder hat schon wahrgenommen, dass sie den Blutzucker mit Verzögerung ansteigen lassen. Man merkt es auch, wenn man Kohlenhydrate ganz weglässt oder sich „low carb“, also mit wenig Kohlenhydraten ernährt. Aber warum, und wie kann man damit umgehen? Die Diabetesberaterin erklärt als Erstes das Warum: Fett und Eiweiß werden im Körper zunächst in Glycerin und Aminosäuren umgewandelt. Sind die Speicher voll, baut der Körper sie langsam und in geringen Mengen in Kohlenhydrate um. Diese lassen den Blutzucker ansteigen – allerdings mit starker Zeitverzögerung. Deshalb das „böse“ Erwachen am Morgen nach einer Grillparty – mit Werten, die man sich eigentlich nicht erklären kann.

Rechenkünste sind gefragt
„Jeder hat diese Erfahrung schon gemacht“, meint Kathrin Rövenich. „Der eine merkt es mehr, der andere weniger.“ Die Frage ist: Lässt sich dieses Phänomen irgendwie in einen greifbaren Wert packen, mit dem man rechnen kann? Den gibt es, und er heißt „Fett-Protein-Einheit (FPE)“. Formeln für die Berechnung hat die Diabetesberaterin an diesem Abend dabei. Aber es ist nicht so ganz einfach, das zeigen die fragenden Gesichter, als sie mit dem Rechenbeispiel loslegt: Eine kleine Fertigpizza Salami mit 350 Gramm soll berechnet werden. Laut Etikett hat sie 56 Gramm Kohlenhydrate, das entspricht 5,6 Kohlenhydrateinheiten (KE). Die werden ganz normal mit dem KE-Faktor berechnet. Dann hat die Pizza noch 35 Gramm Eiweiß und 42 Gramm Fett. Hier greifen die Fett-Protein-Einheiten (FPE). Dazu gibt es zwei Möglichkeiten der Berechnung.

Nummer 1: Man teilt den Eiweißgehalt durch 25 (35 geteilt durch 25 = 1,4) und den Fettgehalt durch 11 (42 geteilt durch 11 = 3,8). Die beiden Summen, also 1,4 und 3,8, addiert man – und kommt so auf 5,2 FPE.

Rechenmöglichkeit Nummer 2 ist (noch) komplizierter. Hier muss man zunächst ausrechnen, wie viele Kalorien aus Fett und Eiweiß die Pizza hat. Dazu muss man wissen: 1 Gramm Fett hat 9 Kilokalorien, 1 Gramm Eiweiß hat 4 Kilokalorien. Wir rechnen: 42 Gramm Fett × 9 = 378 und 35 Gramm Eiweiß × 4 = 140 Kilokalorien. Zusammmen sind das 518 Kilokalorien aus Fett und Eiweiß. Die teilt man nach der festen Formel durch 100, um auf die FPE zu kommen – ergeben 5,2 FPE.

Fortsetzung folgt...

Kategorie: Bolus

Schlagwörter: Bolusinsulin | Bolusvarianten | FPE | verzögerter Bolus

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