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Wie geht man mit FPE um?

Teil II

© Sly/Sergey Nivens - Fotolia.com

Wie viel Fett und Eiweiß hat wohl die Salami auf dem Brötchen? Diabetesberaterin Kathrin Rövenich lässt die Teilnehmer der Veranstaltung im DiaExpert-Fachgeschäft Frankfurt rechnen (siehe Teil I).

Falsch wäre: Die errechneten FPE einfach mit dem BE-/KE-Faktor zu multiplizieren und dafür Insulin abzugeben. „Die Gefahr einer Unterzuckerung wäre sehr groß“, betont die Kathrin Rövenich ausdrücklich. Denn man darf nicht vergessen: Die Kohlenhydrate, die der Körper aus Fett und Eiweiß bildet, gehen sehr langsam ins Blut, das kann durchaus sechs bis acht Stunden dauern. Das Insulin kommt aber deutlich schneller im Blut an.

Richtig ist deshalb: Bei Mahlzeiten mit viel Fett und Eiweiß sollte das Insulin verzögert abgegeben werden. Faustregel: Je höher der Fett-Protein-Gehalt einer Mahlzeit, desto länger ist die Wirkung. Komfortabel lässt sich dies mit einer Insulinpumpe managen, indem man den kombinierten Bolus nutzt – eine Kombination aus Normal- und verzögertem Bolus. Für eine Pizza kann man zum Beispiel 40 % sofort und 60 % bis zu sechs bis acht Stunden verzögert abgeben. „Schwieriger ist es bei der intensivierten Therapie (ICT)“, meint Kathrin Rövenich. „Hier bietet es sich eventuell an, nur die Hälfte des Insulins sofort und die andere Hälfte nach der Mahlzeit zu spritzen.“ Mit der verzögerten Insulingabe haben vor allem die Insulinpumpen-Träger am Tisch schon gute Erfahrungen gemacht, zeigt sich in der Diskussion.

Vorsicht vor Unterzuckerungen
„Was ist denn mit den FPE? Soll man dafür zusätzliches Insulin abgeben? Ganz ohne scheint es ja nicht zu gehen, wenn man sich den Blutzuckeranstieg zum Beispiel nach dem Grillen anschaut,“ meint eine Teilnehmerin. „Ja, aber vorsichtig“, rät die Diabetesberaterin. „Zum Einstieg können Sie die Hälfte der FPE abziehen und dafür Insulin berechnen. Nicht mehr, denn eine Unterzuckerung sollten Sie nicht riskieren.“ Bei dem genannten Rechenbeispiel mit der Pizza wären es die Hälfte von 5,2 FPE, also 2,6, die mit dem individuellen BE- bzw. KE-Faktor multipliziert werden. „Probieren Sie das in Ruhe mit einer fett- und eiweißreichen Mahlzeit aus, die Sie häufiger essen und schon einschätzen können“, rät Kathrin Rövenich. „Am besten so, dass es keine anderen beeinflussenden Faktoren gibt, wie Bewegung nach dem Essen. Dann können Sie den Effekt am besten nachvollziehen. Besprechen Sie dies auch unbedingt mit Ihrem betreuenden Diabetesteam.“

Kategorie: Bolus

Schlagwörter: Bolusinsulin | Bolusvarianten | FPE | verzögerter Bolus

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