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Die Therapie beim Sport anpassen

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Vielen Pumpenträgern fällt es schwer, Therapie und körperliche Aktivität „unter einen Hut“ zu bringen. Dabei bietet die Insulinpumpe die besten Voraussetzungen, wenn man ihre Vorteile richtig einsetzt.

Basalrate senken
Für die Insulinanpassung beim Sport gibt es keine pauschalen Regeln. Die persönliche Erfahrung spielt eine entscheidende Rolle. Aber: Pumpenträger haben den großen Vorteil, dass sie flexibel und relativ kurzfristig ihr Insulin anpassen können. Alle Insulinpumpen bieten heute die Möglichkeit, die Basalrate über eine gewisse Zeit prozentual zu senken, ohne dabei das ursprüngliche Profil zu verändern. Das heißt: Der Abgaberhythmus bleibt gleich, aber die Menge des Insulins wird prozentual für einen bestimmten Zeitraum herabgesetzt. Die Dauer legt man dabei selbst fest. Die Senkung kann jederzeit abgebrochen werden.

Bei der Festlegung der Basalratensenkung sind die folgenden Faktoren zu berücksichtigen:

  • Ausgangsblutzucker zum Zeitpunkt der Senkung
  • Intensität des geplanten Sports (hier orientiert man sich an seiner persönlichen Skala)
  • Eventuell noch wirkendes Bolusinsulin

Vorlaufzeit der prozentualen Basalratensenkung

  • mindestens eine Stunde (Analoginsulin)
  • mindestens zwei Stunden (Normalinsulin)
  • Vor der sportlichen Betätigung Blutzucker messen.

Tipp: In kleinen Schritten herantasten
Die temporäre Basalrate kann bei Insulinpumpen in Schritten von 10 % (Accu-Chek und Animas Insulinpumpen) bzw. 1 % (Insulinpumpe MiniMed Veo) gewählt werden. Damit kann man sich Schritt für Schritt an die optimale Senkung der Basalrate beim Sport herantasten.

Generell gilt: Besser zu viel Insulin reduzieren als zu wenig, um das Risiko einer Hypoglykämie zu minimieren. Ein kurzfristig erhöhter Blutzucker ist dagegen leicht korrigierbar. Die persönliche Erfahrung spielt für die Insulinanpassung beim Sport eine entscheidende Rolle.

Achtung: Muskelauffülleffekt
Nach dem Sport – vor allem langdauerndem – ist der Insulinbedarf noch eine Zeit lang vermindert, denn der Körper ist bestrebt, die Glukosespeicher in den Muskeln wieder aufzufüllen. Auch die Fettverbrennung läuft in dieser Phase weiter. Wie lange sich dieser „Muskelauffülleffekt“ hinzieht, hängt wieder von der Intensität und der Dauer des Sports ab. Deshalb:

  • Die Basalrate nicht sofort nach Ende des Sports wieder auf 100 % setzen, sondern die Senkung noch ei ne Zeit lang beibehalten. Regelmäßig Blutzucker messen.
  • Wenn der Sport später am Abend stattfindet: Vor dem Schlafengehen darauf achten, dass der Blutzuckerwert nicht zu niedrig ist (mindestens 140 mg/ dL bzw. 7,8 mmol/L).

Startregel: Bei mittlerer Intensität (Belastung ca. 50 % der Leistungsfähigkeit) sollte man die Senkung etwa doppelt so lange beibehalten, wie der Sport gedauert hat. Nach einer Stunde Sport also noch zwei weitere Stunden.

Achtung: Bei hoher Intensität und/oder mehrstündiger körperlicher Aktivität kann der Muskelauffülleffekt noch viele Stunden anhalten, unter Umständen bis zum nächsten Tag. Dies muss dann für die Zeitspanne der Basalratensenkung einkalkuliert werden.

Kategorie: Basalrate

Schlagwörter: Basalrate | Basalratenprofil | Insulinbedarf | Insuline | Sport

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