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Sport: Hochleistung mit Insulinpumpe

© Tierfotografie Schiller

Dorothee T. ist ständig in Bewegung. Hochleistungssport sei das nicht mehr, so die 38-Jährige, doch die Aufzählung der täglichen Aktivitäten klingt mehr als ambitioniert: Dreimal wöchentlich spielt sie Handball, an mindestens vier Tagen sitzt sie auf dem Pferderücken, zusätzlich stehen Krafttraining und Workout auf dem Programm. Zum Joggen kommt sie momentan nur einmal pro Woche. Das sei eigentlich zu wenig, sagt die Tierärztin, die mit Mann, Hund und Pferd im Dreiländereck zwischen Basel und Lörrach lebt.

Immer in Bewegung
Spezialisiert auf Pferde, hat die Veterinärmedizinerin ohnehin einen reichlich durchgetakteten Alltag. Wenn Dorothee T. nicht gerade im OP der Tierklinik steht, ist sie auf Turnieren oder Koppeln unterwegs. „Ich bin eigentlich immer auf den Beinen“, so die lebhafte gebürtige Westfälin, die laut App täglich um die 15 000 Schritte zurücklegt. Das schafft sie schon allein durch den Job ohne zusätzlichen Sport. Einmal wöchentlich kommt der 24-Stunden-Notdienst, alle zwei Wochen eine Wochenendschicht dazu. „Mein Beruf ist alles andere als diabeteskompatibel“, weiß Dorothee. Als sie vor zehn Jahren die Diagnose Typ-1-Diabetes erhielt, spielte sie noch Handball auf Leistungsniveau. Den Diabetes habe sie bis zum Schluss verdrängt und konnte immer schlechter sehen. Ihre Sehkraft hat sie zu 100 Prozent wiedererlangt, aber eine gute Einstellung ist nach wie vor schwierig.

Hoher Grundumsatz
„Mein Problem ist, dass ich durch die ständige Bewegung einen extrem hohen Grundumsatz habe. Mein Blutzucker reagiert oft anders als bei anderen Typ- 1-Diabetikern.“ Während eines Aufenthaltes in der Klinik in Bad Mergentheim habe sie nach einem Spaziergang als einzige einen Bolus setzen müssen. Alle anderen durften etwas essen. „Ein Spaziergang“, sagt sie, „das ist für mich keine Bewegung, das ist Alltag.“ Beim Handballtraining und beim Joggen verringere sich der Insulinbedarf schon, aber bei Wettkämpfen, wenn Anspannung und Adrenalin steigen, erreiche sie in der Halbzeitpause regelmäßig Werte zwischen drei- und vierhundert. „Ich messe dann kurz nach und kopple die Pumpe an, um vier bis fünf Einheiten Insulin zu geben. Damit komme ich gut durch die zweite Halbzeit.“ Während des Spiels liegt die Insulinpumpe auf der Ersatzbank. „Handball ist ein Kontaktsport und man lässt sich auch mal fallen. Mit Pumpe kann das ganz schön weh tun.“ Die Insulinpumpe missen möchte sie auf keinen Fall. Zusätzlich zur MiniMed 640G nutzt sie das Enlite rtCGM-System, das sie regelmäßig vor zu hohen Werten warnt. Das passiert mitunter auch im OP. „Ein Pferd zu operieren, ist körperlich anstrengend.“ Für den Fall, dass ihr Blutzucker zu sehr steigt, lasse sie die Pumpe außen am OP-Kittel. „Wenn die Pumpe piept, wissen die Anästhesisten Bescheid. Die können dann schnell einen Bolus abgeben.“

Kategorie: Erfahrungsberichte

Schlagwörter: Basalrate | Bolusvarianten | Insulinpumpe | Sport

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